Nochmal ein „Wiederholungs-Täter-Hotel“ weil Swakop so schön ist und weil ich da so gerne meinen Geburtstag verbringen will. Tisch im Restaurant Jetty 1905 ist bereits gebucht.
The Stiltz, im rustikalen Luxus und stilvoll leben. Hier ist ein Verweilen in jeder Hinsicht einmalig, bietet es doch die spektakulären Aussichten in Swakopmund. Mit einem Blick über den Atlantik, die Namibdünen und die vogelreiche Lagune an der Rivermündung beitet diese Unterkunft atemberaubende Panoramen und unvergessliche Sonnenuntergänge. Die Bungalows sind auf Stelzen gebaut und bis ins feinste Detail durchdacht. Man meint auf einem fernen Planeten zu wohnen und ist doch nur Minuten vom charmanten Stadtkern entfernt.
Bungalows: 8
02.03.2025
Hurra, heute geht es ans Meer nach Swakopmund, auch genannt der Kühlschrank Afrikas. Aber da haben wir noch ein paar Kilometer, es sind 360, vor uns… und zwischendrin noch über den Gaub Pass und den Kuiseb Pass. Aber zuerst fahren wir wieder auf der alt bekannten C19. Danach weiter nach Solitaire. Hier waren wir vor 7 Jahren auch schon mal. Solitaire, ein kleines Wüstendorf, besteht nur aus einer Tankstelle, einem Laden, einer Kapelle und einer Bäckerei mit Café. Dieses Café ist weltberühmt durch seinen Apfelkuchen. Angeblich der beste von ganz Namibia. Klar doch, dass hier eine Pause erfolgen muss. Auch die Autowracks, welche malerisch an den Straßenrändern drapiert sind, geben gute Fotomotive her…! Solitaire wird auch als Tor zum Namib-Naukluft Nationalpark bezeichnet.
Wir passieren den Gaub-Pass, schon ein abenteuerlicher Streckenabschnitt. Die Straße schlängelt sich durch die Kurven. Es geht rauf und runter mit Schotter unten den Reifen. Nach dem Gaub-Pass geht es wieder durch ödes Land. Keine Bäume, keine Tiere, nur ein paar Autos. Nicht mal Sträucher gibt es hier. Nach weiteren Kilometern sieht es schon wieder ganz anders aus. Die Landschaft wird abwechslungsreicher, viele tolle Ausblicke mit unterschiedlichen Farben und Formen.
Irgendwie sieht es aus wie eine Mondlandschaft, schichtweise liegt das dunkle Gestein vor uns, wir haben sie Lasagne-Berge genannt. Dann kamen wir zum Kuiseb Pass (872m Höhe). Der Pass ist eine ausgewaschene Schlucht und es geht Serpentinen hinab und wieder hinauf. Der Weg schlängelt sich ungesichert durch den Pass. Ab und zu sahen wir mal kurze Teile von Leitplanken. Die Staubpiste in einem so üblen Zustand, dass wir Sorge um unsere Reifen haben und uns mehrfach beim lauten Fluchen über das Geschaukel erwischten. Puh, wir sind schon etwas erleichtert als wir den Pass überwunden hatten und es auf ebener Strecke nur noch geradeaus geht. Nun ist die Landschaft trostlos und die Piste bringt immer mehr Schotter auf den Belag.
Wir wechselten uns ab mit fahren, und als ich an der Reihe war… Bääähm! Der Reifen ist geplatzt, also den hat’s richtig zerrissen. Hatten wir nicht vorhin schon ein ungutes Gefühl 😱? (Schaut es euch auf den Bildern an, da seht ihr den demolierten Reifen). Gleich an den Strassenrand gefahren und ausgestiegen. Wir haben ja noch ein Ersatzreifen, also hiess es Boxenstopp zum Reifenwechsel. Nach ein paar Minuten hielt ein Auto an, ein junges Paar aus Belgien stieg aus und fragte ob wir Hilfe brauchen. Wir waren froh, dass heute auf dem Swakopmund Zubringer ein paar Leute mehr unterwegs waren und auch jemand seine Hilfe anbot. Bei zwei Männern ging es dann doch schneller. Wir bedankten uns mit einer Flasche Wein und jeder fuhr weiter in Richtung Swakopmund. Wer weiß, vielleicht trifft man sich nochmals? Nach 15 weiter Kilometern wurde die Strasse dann viel besser, keine spitzen Schottersteine mehr, sondern fester Sand. Wir waren froh drum.
Diese letzten Kilometer waren sehr trostlos. Nichts, einfach gar nichts, woran sich das Auge halten kann. Und dann nach ca. 120 Kilometern ist das Leben um uns herum wieder sichtbar, als aus der Ferne endlich Walvis Bay (Walfischbucht) auftaucht. Und 35 Minuten später haben wir unser Quartier in Swakopmund für die nächsten zwei Tage erreicht. Auf dem Parkplatz erst mal beim Autovermieter angerufen und nachgefragt zu welcher Reifenwerkstatt wir morgen gehen können. Gut, das wir zur Zeit grad in einer Stadt sind und nicht im Niemandsland. So, können wir morgen zu Supa Quick Tire hier in Swakopmund fahren. Heute, am Sonntag ist dort ja zu.
Dann endlich zur Rezeption von The Stiltz zum einchecken. Wir wurden wieder sehr freundlich empfangen und durften auch gleich in unseren Bungalow (welch ein Zufall, der allerselbe wie vor 7 Jahren. Gut, es gibt ja auch nur 8 Bungis. Wieder die beste Aussicht auf Atlantik und die grasenden Kamele. Nun genießen wir hier das auf hölzernen Stelzen gebaute und mit Stroh gedeckte Chalet. Erst mal den Ausblick genießen und danach duschen wir uns den Staub vom Reifenwechsel ab.
Ach ja, was ihr noch wissen müsst, hier hat es nur 19 Grad, das heisst für heute Abend sind lange Hose und langes Oberteil angesagt 🥶. Schon krass der Temperaturunterschied zu gestern in Sossusvlei. Deshalb Kühlschrank Afrikas. In einer Stunde werden wir vom Transfer des Restaurant Tug abgeholt zum Abendessen, das Restaurant ist im Form einen Schiffes aufgebaut, wir machen Euch Bilder.
Übrigens der Apple Pie von Solitär war lecker, bevor wir euch im Unklaren lassen 😊
03.03.2025
Auf dem heutigen Tagesprogramm steht ein Ausflug nach Walvis Bay (Walfischbucht) und dort machen wir uns auf die Suche nach Flamingos… und das Salzwerk. Aber immer der Reihe nach, denn zuerst mussten wir uns um den geplatzten Autoreifen kümmern. Wir fuhren in die Stadt zum Supa Quick Tyre und stellten fest, dass wir nicht die einzigen Touris mit Reifenproblem waren, denn es waren schon welche vor uns an der Reihe und nach uns kamen auch noch Reifen-Geplagte. Um es kurz zu machen, wir haben nun zwei neue Vorderreifen am Toyota und sind wieder Ausflugsbereit.
Weiter zu den Flamingos: Wir sind schon aufgeregt, denn wir haben im Vorfeld schon viele Fotos gesehen, auf denen in Walvis Bay Flamingos zu sehen sind… und zwar ganz schön viele. Also verlassen wir Swakopmund und machten uns auf den Weg zuM 35 Kilometer entfernten Walvis Bay. Hm, wir waren dann erst mal überrascht das „die Stadt“ eher ein großes Industriegebiet ist. Aber hier sollen ja auch die Flamingos sein? Wir fuhren weiter, immer in Richtung Wasser und dann sahen wir im grellen Sonnenlicht Etwas im Wasser. Auto geparkt und ausgestiegen und tatsächlich, das sind Flamingos! Es gibt sie tatsächlich hier. Zwar nicht so viele wie wir dachten, aber immerhin. Ein schönes Schauspiel wie einige auf einem Bein stehen und ihren Kopf im Gefieder stecken haben. Andere wiederum fleißig dabei sind, was zu Essen zu finden.
Weiter zu den Salt Pans: Die Salt Company von Swakopmund hat im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen Gutes für die Natur getan, denn die Salzwerke sind als Vogelschutzgebiet deklariert worden. Hier haben wir im Internet gesehen das es pinkenes Wasser dort gibt. Dem müssen wir selbstverständlich genauer nachgehen. Warum gibt es diesen Rosa-Ton dieser Salzseen? Wir erklären es euch. Die rosa Farbe kommt von Dunalielle salina, einer Algenart, die in Wasser mit starker Salzkonzentration vorkommen. Je salziger das Wasser wird, um so mehr produzieren die Algen das Pigment Betacarotin und so färbt sich das Wasser Rosa.
Wir sind noch eine ganze Weile am Meer entlang gefahren und sahen schöne Stelle zum Verweilen und Fotos zu machen. Danach, es war immerhin schon Kaffeezeit, fuhren wir zurück nach Swakop zum Cafe Anton. Ja, wir haben in Namibia, nur einige hundert Meter vom Atlantischen Ozean, die deutscheste aller Torten bestellt - die Schwarzwälder Kirschtorte. Cafe Anton ist über alle Grenzen hinaus bekannt, aber nicht nur für diese eine Torte.
Heute Abend gehen wir ins Jetty 1905 (liegt ganz am Ende des langen Stegs und wurde 1905 erbaut) zum Abendessen und lassen hier den Abend ausklingen. Bevor wir morgen in die nur 118 Kilometer entfernte Cape Cross Lodge fahren, bleibt uns eventuell noch Zeit etwas durch Swakop zu bummeln.