Traumhafte Location inmitten der Bergkulisse. Im Chalet Eagle's Nest, wo in den Ausläufern der Namib, 1.400 Meter hoch in den Aus-Bergen nur acht Naturstein-Chalets versteckt sind. Nur wir, die Natur, die Vögel, die Sterne.
Hier wohnt die Einsamkeit aus unendlicher Weite, Stille und unbeschreiblich dramatischen Sonnenuntergängen. Das Bett ist so gestellt, dass wir eigentlich nicht aufzustehen brauchen, denn durch die Panorama-Öffnungen Ihres Chalets, das trotz des rustikalen Charakters mit Bad, Kochnische, Kamin und Veranda komfortabel ausgestattet ist, liegen die violette Berglandschaft und Ebenen aus Gold in Cinemascope vor uns ausgebreitet.
Hier sind wir „Wiederholungstäter“ wir kennen es. Leider war vor ein paar Jahren nur noch eine Nacht buchbar. Deshalb müssen wir hier noch „Fertig-schauen“ und nach den Wildpferden schauen.
Chalets: 8
26.02.2025
Und schon geht’s wieder weiter... Schade, dass wir hier nur eine Nacht als Zwischenstopp hatten. Aber der Trip geht weiter und heute haben wir gute 350 Kilometer vor uns bis zu den Eagles Nest Charlets. Stopp: Bevor es mit der Berichterstattung des heutigen Tages weitergeht müssen wir euch unbedingt vom unserem Mega-Erlebnis von gestern Abend noch berichten - Ich glaub heut kommt bissel Text auf euch zu 😅.
Gestern nach dem Abendessen wurde noch ein Lagerfeuer für uns angezündet, also wäre es unhöflich direkt nach dem Essen in unser Chalet zu gehen. Deshalb bestellten wir noch ein Glas Wein und setzten uns ans Feuer. Die letzte Angestellte kam und fragte ob sie Feierabend machen könnte oder ob wir noch was brauchten. Nee, alles gut, wir waren ja versorgt. Also gingen die Lichter aus und wir hatten nur das Feuer und eine Laterne am Wasserloch war noch an… und plötzlich standen drei Nashörner (Vater, Mutter und ihr Kalb) da und sie kamen näher, wir hörten ihre Schritte und sogar das schnaufen. Krass keine 50 Meter von uns entfernt. Gut, Nashörner sehen schlecht, aber umso besser hören sie. Irgendwie saßen wir etwas erstarrt auf unseren Klappstühlen, keine Angst, aber schon etwas ehrfürchtig. Dieses unbezahlbare Erlebnis ging fast eine Stunde. Wir hatten die Rhinos ganz für uns alleine und sind unendlich dankbar für dieses Erlebnis. Ein Erlebnis der besonderen Art. 😇 Ja, es kamen gestern keine weiteren Gäste mehr und hatten die „elitäre“ Gunst die Anlage und das Personal (wenn es da war) für uns alleine zu haben. Dieses Abenteuer wollten wir gerne noch mit euch teilen, aber jetzt machen wir beim heutigen Tag weiter…
Nach dem leckeren Frühstück (Selbstverständlich in exklusiver Zweisamkeit machten wir uns auf den Weg. Einen Großteil dieser Route verbringen wir wieder auf einer unbefestigten Straße. Wir hatten schöne Zwischenstopps unter anderem bei den Voightgrund Ruins. (Die 108 Jahre alte Voightsgrund-Farm ist ein historisches Relikt, da sie der erste Produzent von Karakulfellen war, mittlerweile sehr arg verfallen, wie ihr auf den Bilder seht). Wie fuhren entlang der Ikaras Berge, dem Schwarzrand Plateau (Tafelberge) der Tirasberge und an irgendwelchen zerbröselten Berge (da wissen wir nun den Namen net) vorbei. Deshalb die vielen Berge Bilder. Wir konnten uns gar nicht satt sehen.
Alle paar Kilometer änderte sich die Landschaft von grünem Gestrüpp zu bergiger Kulisse, danach in die Wüste. Außerdem fuhren wir durch ein Dörfchen mit dem klangvollem Namen Helmeringhausen. Hier gibt es nur eine Straßengabelung mit Hotel, kleinem Laden und einer Tankstelle. Den schnuckligen Laden und die kleine Zapfsäule haben wir selbstverständlich gleich besucht. Man weiß ja nie, wenn man wieder die Gelegenheit zum Tanken und zum Einkaufen hat. Die letzten Kilometer fuhren weiter durch den roten Sand der Namib Wüste bis wir zur Ortschaft Aus kamen.
In dieser Gegend bzw. in dieser Unterkunft waren wir bereits vor 7 Jahren schon mal. Da aber damals die Chalets ausgebucht waren, konnten wir nur eine Nacht bleiben. Was viel zu kurz war.
Nun dürfen wir zwei Nächte hier sein und können die Gegend etwas entspannter erkunden. Sowieso um die berühmten Wildpferde der Namib zu suchen. Unser Chalet Namens Desert Visa liegt in den
Ausläufern der Wüste Namib, 1.400 Meter hoch in den Aus-Bergen. Wir haben in dem neun Kilometer entfernten Restaurant „Desert Horse Inn“ rohes gewürztes Fleisch zum Grillen, Salate, Süße
Kartoffeln und Soßen bestellt. Denn heute weihen wir euch in das große Geheimnis namibischer Küche ein: DEN BRAAI! (Braai ist afrikaans und bedeutet braten oder grillen). Ein Braii braucht wie
gutes Fleisch vor allem eines – Zeit! Gas oder Kohle sind ein absolutes No-Go, es muss unbedingt ein Holzfeuer sein und das bekommt Zeit abzubrennen und die richtige Glut und Hitze zu entwickeln.
Zwischenzeitlich wird ein guter Wein ausgeschenkt. Es gibt sogar einen „Nationalen Braai Day“. Dieser findet jedes Jahr am 24. September statt. Alles rundum perfekt um diesen schönen Tag
ausklingen zu lassen. Bis die Küche unser bestelltes Proviant gerichtet hat, sind wir die Wildpferde suchen gegangen.
Toll, wir haben sie gefunden. In der schroffen, sandigen und fast vegetationslosen Landschaft der trockensten Wüsten der Welt. Hier leben sie, die einzigen Wildpferde Namibias. Die Wildpferde sind angeblich Nachkommen von den Armeepferde während des 1. Weltkriegs. Der Bestand nimmt zunehmend ab. Daher extrem vom Aussterben bedroht. In Internet Foren werden unterschiedliche Bestände angegeben. Leider fehlt uns hierzu doch die Zeit um die Rösser zu suchen und zu zählen. Aber Dank der „Namibia Wild HorsesFoundation“ konnten durch Geldspender eine Wasserstelleerschlossen werden. Ihr habs gleich geschafft…
Nun sitzen wir hier auf der Terrasse, wieder mit wunderschöner Aussicht und geniessen einen Rotwein - im Hintergrund hört man ab und zu ein Wildpferd wiehern. Wie wir bereits vermutet haben, sind wir total offline. Deshalb werden wir euch den vielen Lesestoff und die wirklich sehr schönen Bildern mit einem Tag Verzug schicken. Morgen steht nämlich ein Ausflug zu ehemaligen Diamanten-Stadt Kolmannskuppe auf dem Programm, hier kommen wir wieder an Mobilfunk-Empfangsstellen vorbei. Jetzt habt ihr erst mal genug von uns, denn der Braai steht an.
Übrigens: wir haben den Wüstenvögeln Wasserschalen hingestellt, binnen einer Minute war unsere Terrasse voller Piepmätze und deren gezwitscherte.
28. Februar 2025
Heute kurzer Bericht, denn wir waren viel unterwegs…! Aber zuerst hatten wir hier auf der Terrasse in aller Ruhe unser Frühstück genossen, danach zu Rezeption gefahren, die gestrigen Bilder hochgeladen. Anschließend machten wir uns auf den Weg in die 110 Kilometer entfernte Geisterstadt Kolmanskuppe, hier waren wir bereis vor sieben Jahren schon mal, aber wurden mit paar Häuser anschauen noch nicht fertig, dies haben wir heute nachgeholt… und ihr könnt die Bilder gucken.
Kolmanskuppe von der Diamantenstadt zur Geisterstadt. Nur mal kurz erklärt: Kolmanskuppe ist eine kleine Ortschaft in der Namib Wüste die in den frühen 1900er Jahren für ihre Diamantenfunde bekannt war. In den 1960er Jahren verließen, nachdem keine Diamanten mehr gefunden wurden, auch die letzten Bewohner die Stadt, womit sie vollkommen der Wüste überlassen wurde. Ein Großteil der Schuleinrichtungen, Sportgeräte, Möbel in den Häusern, sowie eine vollständige Kegelbahn u.ä. wurden zurückgelassen, wodurch über die Jahre hinweg die heutige Geisterstadt entstand. War schon etwas anstrengend im zum Teil tiefen Sand durch den Lost Place zu laufen. Die Sonne und der Wind erschwerten es noch etwas (unsere Haut hat einen leicht erröteten Farbton bekommen). Aber interessant war es allerdings.
Da wir nur einen Katzensprung com Hafenstädtchen Lüderitz entfernt waren, wollten wir da auch mal hin. Tank musste eh gefüllt werden und ein Supermarkt war auch nicht schlecht. Naja Lüderitz ist nun wirklich keine schöne Stadt, aber nach dem trocken und staubigen Klima in der ehemaligen Diamantenstadt tat so ein salziges Lüftchen vom Atlantik schon gut. Da wir auf dem Rückweg nicht wieder durch die Stadtmitte fahren wollten, sind wir inmitten eines Townships mit Wellblech Baracken gelandet. Aber es versuchte uns niemand anzuhalten - scheinbar sind sie es gewöhnt das sich ab und zu ein paar Touris verfahren. Aber ein seltsames Gefühl ist es immer wieder…. Die andere Seite Arfikas. Bevor wir zurück ins Chalet gefahren sind, haben wir unser bestelltes Essen abgeholt, wir wollen heute nochmal Braai zelebrieren.
Morgen gehts dann zur nächsten Station mit noch mehr Wüste oder besser gesagt nur Wüste. Da wird der Mobilfunk wohl eher auch nicht den besten Ausschlag haben, stellt euch auf Verzögerung ein. Spätestens am 2. März sind wir wieder auf vollem Empfang, da sind wir in der Swakopmund.
Übrigens, in der namibischen Landschaft läuft ein Orix weniger rum, den grillen wir später. 🫢